Amtsblatt für Meuselwitz und Wintersdorf

Nummer 2 Sonntag, den 13.Februar 1994 4. Jahrgang

Bürgeranhörung zu zwei Bebauungsplänen

Etwa 20 interessierte Meuselwitzer Bürger hatten sich am 25.01.1994 im Seniorenklub der Volkssolidarität eingefunden, um ihre Fragen loszuwerden oder einfach nur zu hören, wie es im Bereich Altenburger Straße zwischen Fr.?Naumann? und Bebelstraße bzw. im Wohngebiet an der oberen B 180 weitergehen würde. Als Gesprächspartner standen der Meuselwitzer Bürgermeister, Herr Johannes Matuszewski, der Amtsleiter des Bauamtes, Herr Gerhard Hüfner, und Herr Dietrich Scheiding vom gleichnamigen Ingenieurbüro zur Verfügung. Zum Bereich Altenburger Straße, zwischen Fr.?Naumann? und Bebelstraße, wurden bereits 1992 in der Stadtverordnetenversammlung Beschlüsse gefaßt mit dem Ziel einer sinnvollen Vorbereitung einer künftigen Gestaltung. Vom 20.12.1993 bis 20.01.1994 erfolgte die Auslegung der erarbeiteten Bebauungspläne als Bauleitplanung unter Einbeziehung der Träger der öffentlichen Belange. Die Auslegung der Bebauungspläne sollte die frühzeitige Einbeziehung der Bürger dienen. Diese Hinweise von Bürgern, so Bürgermeister Matuszewski, sind sehr wichtig, sollte berechtigt Kritik geführt werden, so könne dies unter Umständen zu Veränderungen führen. Die baulichen Einzelheiten erläuterte im Anschluß Herr Hüfner. Dabei führte er die rechtwinkligen Einbindungen der Nebenstraßen in die B 180 ebenso an wie die notwendigen Höhenregulierungen im Bereich der Eisenbahnbrücke. Linksabbiegespurensollen den Verkehr flüssig gestalten und der Alleecharakter der B 180 soll durchgängig gestaltet werden. Diese Planungen bilden dabei nur einen Teil des Gesamtkonzeptes der Stadt für die nächsten Jahre. Meinungsäußerungen bezogen sich zunächst auf das Grundstück im Kreuzungsbereich B 180/Bebelstraße und auf die Variante, den Radweg ab Breitscheidstraßeüber die Weinbergstraße fortzuführen. Auch die Frage nach Möglichkeiten, die B 180 als Umgehungsstraße um Meuselwitz herumzuführen, wurde angesprochen. Diese Lösung, so sprach sich Bürgermeister Matuszewski aus, sollte man in den nächsten Jahren keinesfalls anstreben, würden dann doch zahlreiche Besucher Meuselwitz ebenfalls umfahren. Als Bürgeranhörung zu zwei Bebauungsplänen derzeit günstiger sah er an, auf der B 180 gezielt auf den Fahrverkehr Einfluß zu nehmen, wobei schon der Wegfall des Kopfsteinpflasters zur Beruhigung beitragen werde. In diesem Zusammenhang verwies er auf die im letzten halben Jahr erreichten Ergebnisse ? die LIO 61 wurde aus dem Zentrum, an der Martinskirche, herausgelenkt. Auch der verlängerte Penkwitzer Weg als Verbindung zur Schollstraße dient dazu, den durchgehenden Verkehr aus der Innenstadt heraus auf den innerstädtischen Ring zu leiten. Abschließend zu diesem ersten Teil der Bürgeranhörung führte Bürgermeister Matuszewski aus, daß mit dem Vorliegen des B?Planes Baurecht ohne zeitliche Fixierung geschaffen wird, d. h., daß alle künftigen Bauvorhaben in diesem Bereich in den Rahmen dieser Planungen einzuordnen sind, aber einem Interessenten dabei keine Zeit vorgegeben wird. Die Auslegung des Bebauungsplanes zur Wohnbebauung an der oberen B 180 ?Eigenheimstandort ? wurde von den Meuselwitzern rege angenommen. Dieser Standort schließt sich an die Wohnbebauung des Wohn? und Gewerbegebietes an, das im Erschließungsplan vorliegt. Es handelt sich um einen erheblichen Erschließungsbereich und um zukunftsträchtiges, weil auch erweiterbares Gebiet. Entstehen soll ein allgemeines Wohngebiet mit den zugehörigen Zusatzeinrichtungen (Versorgung, kulturellen u. a. Einrichtungen). Das Wohngebiet selbst wird eine verkehrsberuhigte Zone, von einem Grüngürtel umschlossen und mit überwiegendem Alleecharakter. Anfragen gab es besonders zu möglichen Risiken durch Bergbauschäden in diesem Bereich. Dies, so Herr Hüfner, sei laut der Bergscha densbestimmungen kaum zu befürchten, zumal es sich um ehemaliges Tiefbau? und nicht Tagebaugebiet handele. Zu zeitlichen Abläufen befragt, äußerte Bürgermeister Matuszewski, daß die Ausschreibungen zur Straßenerschließung bereits erfolgt sei, erste Parzellierungen können ca. Mitte des Jahres vorgenommen werden. Schließlich müsse, wenn der Bauherr sein Eigenheim errichtet hat und beziehen will, auch die entsprechende Versorgung mit Energieträgern, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung gesichert sein. Fernwärmeanschluß im gesamten Bereich ? so die Antwort auf eine Anfrage ? werde favorisiert, sei aber noch nicht endgültig entschieden, ansonsten käme Erdgas zum Einsatz. Die Grundstücksgrößen seien bewußt nicht überdimensioniert worden, um die Kosten für den Erwerb im erträglichen Rahmen zu halten. Mit dem derzeitigen Stand der Vorbereitungen in diesem Gebiet sei man insgesamt in Meuselwitz auf dem Gebiet des Wohnungsbaues im letzten Jahr ein erhebliches Stück vorangekommen. Der Standort des Sozialwohnungsbaus in Zipsendorf mit zunächst 75 Wohnungen, deren erste Mieter in Kürze einziehen werden, und 18 Eigentumswohnungen gehört ebenso dazu wie die Wohnbebauung der Investoren Fretzschner und Hartmann an der oberen B 180 im Bereich Florian?Geyer?Straße. Für den Eigenheimstandort haben sich nun bereits 60 Interessenten beworben. Es sei nun zu hoffen, daß diese bauwilligen Bürger ihr Vorhaben auch in die Tat umsetzen mögen. Zu gegebener Zeit werden sie zu detaillierten Gesprächen zusammenkommen. Informationen über den Fortgang der Maßnahmen werden jeweils im "Bote der Schnauder" veröffentlicht. (Hahn)

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